Aktuell im Theater

„Es muß ein Schaltjahr seyn, die Theater spielen ein Stück von mir“, notierte Hebbel am 15. November 1846 in sein Tagebuch.

Ein Schaltjahr muß man heute nicht mehr abwarten, um Hebbel auf der Bühne zu sehen, auch wenn er sicher nicht zu den am meisten gespielten Dramatikern zählt. Lange Zeit war die Maria Magdalena das einzige seiner Stücke, das regelmäßig neu inszeniert wurde. Seit einigen Jahren tauchen auch die Nibelungen alljährlich auf den Spielplänen deutschsprachiger Theater auf, bedingt durch das neuerwachte Interesse am Nibelungen-Mythos. Neuerdings interessieren sich die Bühnen wieder für Hebbels Erstlingsdrama Judith und sein spätes Gyges und sein Ring . Dagegen harren Stücke wie Genoveva, Herodes und Mariamne oder Agnes Bernauer weiterhin ihrer Wiederentdeckung und Wiedererweckung.

Wegen der Schließung aller Theater im Rahmen der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie kam es in anderthalb Jahren nicht zu einer Hebbel-Aufführung. eine für den März 2020 in Hannover angekündigte Judith wurde wenige Tage vor der Premiere abgesagt und wird anscheinend auch nicht mehr nachgeholt. Die erste nach-pandemische Hebbel-Inszenierung ist in Regensburg angekündigt:

  • Die Nibelungen. Theater Regensburg. Regie und Bearbeitung: Julia Prechsl. Premiere: 20. Juni 2021 >>Theater Regensburg

Weitere Nibelungen sind im Herbst für Düsseldorf und Linz geplant:

Zum ersten Mal seit 1991 wird im Hebbel-Jahrbuch 2021 kein Theaterbericht erscheinen. Der vorerst letzte Bericht betrifft das Jahr 2019 und kann hier nachgelesen werden. 

Die einzige Wahrheit, die das Leben mich gelehrt hat, ist die, daß der Mensch über Nichts zu einer unveränderlichen Ueberzeugung kommt und daß alle seine Urtheile Nichts, als Entschlüsse sind, Entschlüsse, die Sache so oder so anzusehen.

Tagebuch, 3. Oktober 1846