Jahrbuch

Das Hebbel-Jahrbuch erscheint – mit einer historisch bedingten Unterbrechung zwischen 1944 und 1948 – seit 1939 alljährlich und ist damit eines der ältesten dichterspezifischen Periodika überhaupt. Im Laufe dieser langen Geschichte wurden darin ungefähr 630 Beiträge von knapp 250 Autoren veröffentlicht, angefangen von Koryphäen wie Benno von Wiese, Helmut Kreuzer oder Heinrich Detering bis hin zu jungen Nachwuchswissenschaftlern, die hier ihre erste Publikationsmöglichkeit erhielten.

Im Jahrbuch werden Arbeiten zu allen Themen, allen Werken Hebbels und allen Aspekten seines Lebens, Denkens, Wirkens und Nachwirkens veröffentlicht. Es ist dabei selbst ein Spiegel der Wissenschaftsgeschichte geworden, von der ideologischen Vereinnahmung während der Nazizeit („Hebbel als nordischer Dichter“) über die Werkimmannenz der 50er und 60er Jahre, existentialistische, marxistische, formalistische Deutungen bis hin zu modernen poststrukturalistischen, feministischen, mentalitätsgeschichtlichen oder kulturpoetischen Ansätzen.

 

Es ist ein tiefer Zug in der Menschen-Natur, daß Einer für den Anderen erröthet, er deutet, wie kein anderer, auf den geheimnißvollen Nexus, der Alle mit einander verknüpft. Der Mann erröthet aber nur für den Mann, das Weib nur für das Weib.

Tagebuch, 10. Februar 1849