Aktuell im Theater

„Es muß ein Schaltjahr seyn, die Theater spielen ein Stück von mir“, notierte Hebbel am 15. November 1846 in sein Tagebuch.

Ein Schaltjahr muß man heute nicht mehr abwarten, um Hebbel auf der Bühne zu sehen, auch wenn er sicher nicht zu den am meisten gespielten Dramatikern zählt. Lange Zeit war die Maria Magdalena das einzige seiner Stücke, das regelmäßig neu inszeniert wurde. Seit einigen Jahren tauchen auch die Nibelungen alljährlich auf den Spielplänen deutschsprachiger Theater auf, bedingt durch das neuerwachte Interesse am Nibelungen-Mythos. Neuerdings interessieren sich die Bühnen wieder für Hebbels Erstlingsdrama Judith und sein spätes Gyges und sein Ring . Dagegen harren Stücke wie Genoveva, Herodes und Mariamne oder Agnes Bernauer weiterhin ihrer Wiederentdeckung und Wiedererweckung.

  • Judith. Volksbühne Berlin. Regie: Frank Castorf. Premiere: 20. Januar 2016. >>Volksbühne Berlin
  • Judith. Theater Konstanz. Regie: Thokozani Kapiri. Premiere: 5. März 2016. >> Theater Konstanz
  • Die Nibelungen. Düsseldorfer Schauspielhaus. Regie: Dietrich Hilsdorf. Premiere: 12. März 2016. >>Düsseldorfer Schauspielhaus
  • Holofernes. Oper nach Hebbels Judith von Emil Nikolaus von Reznicek. Theater Bonn. Premiere: 29. Mai 2016. >>Theater Bonn
  • Die Nibelungen. Theater Münster. Regie: Frank Behnke. Premiere: 24. September 2016. >>Theater Münster
  • Judith. Deutsches Theater Göttingen. Regie: Matthias Kaschig. Premiere: 25. Februar 2017. >>Deutsches Theater Göttingen
  • Judith. Staatstheater Darmstedt. Regie: Alexander Nerlich. Premiere: 9. September 2017. Weitere Termine: 13., 16., 22., 28. September, 7., 20., 30. Oktober, 10., 23. November, 17. Dezember 2017, 13. Januar, 1. Februar 2018. >>Staatstheater Darmstadt

Seit 1991 veröffentlichen wir im Hebbel-Jahrbuch alljährlich einen Theaterbericht, in dem wir alle Inszenierungen des vergangenen Kalenderjahres mit Auszügen aus Kritiken protokollieren. Hier der Bericht über das Jahr 2014.

Die einzige Wahrheit, die das Leben mich gelehrt hat, ist die, daß der Mensch über Nichts zu einer unveränderlichen Ueberzeugung kommt und daß alle seine Urtheile Nichts, als Entschlüsse sind, Entschlüsse, die Sache so oder so anzusehen.

Tagebuch, 3. Oktober 1846